Nach der Fusion der bisherigen Verkehrsverbünde Oberelbe und Oberlausitz-Niederschlesien fließt nun kräftig Geld in die Infrastruktur. Seit Jahresbeginn hat der neue Zweckverband Verkehrsverbund Ostsachsen, kurz ZVVO, mehr als 1,5 Millionen Euro an 25 Städte und Gemeinden vergeben. Die Förderoffensive ist damit wie eine „Hochzeitsprämie“ für den zum 1. Januar 2026 vollzogenen Zusammenschluss. Offiziell handelt es sich um Zuschüsse für Planungen und konkrete Baumaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr.
Auch das direkte Umfeld von Radebeul wird berücksichtigt. In Moritzburg unterstützt der ZVVO den Bau barrierefreier Bushaltestellen. In Dresden sollen zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten an den S-Bahn-Stationen Dobritz und Cossebaude entstehen. Damit werden rund um Radebeul konkret Moritzburg, Dresden-Cossebaude sowie über weitere Projekte auch Coswig und Klipphausen berührt. Für Radebeul selbst ist kein eigenes Vorhaben ausgewiesen.
Besonders sichtbar ist die Modernisierung an der Elbe. Fördermittel flossen in den barrierearmen Ausbau von Fährstellen im Landkreis Meißen. Die Verkehrsgesellschaft Meißen hat inzwischen drei neue Elektrofähren in Betrieb genommen. Direkt vor den Toren Radebeuls verbindet die „Ritter Karras“ seit Juli die Fährstelle Coswig-Kötitz mit Gauernitz, einem Ortsteil der Gemeinde Klipphausen. Die modernisierten Anleger sollen den Zugang für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Reisende mit Kinderwagen und Radfahrer erleichtern. Weitere neue Fähren verkehren zwischen Niederlommatzsch und Diesbar-Seußlitz sowie zwischen Strehla und Lorenzkirch.
Auch andernorts steht die Barrierefreiheit im Mittelpunkt. Der ZVVO nennt unter anderem Glashütte, Kamenz und Sebnitz. Im Gebiet des früheren ZVON erhalten zudem Reichenbach/O.L., Schmölln-Putzkau, Markersdorf und Steinigtwolmsdorf Geld für den Ausbau ihrer Haltestellen.
Für das gesamte Haushaltsjahr 2026 hat der ZVVO rund 2,7 Millionen Euro für kommunale Fördervorhaben eingeplant. Weitere drei Millionen Euro sind für die Modernisierung von Bahnhöfen vorgesehen. Dieses Stationsprogramm soll gemeinsam mit der DB InfraGO AG umgesetzt werden. Ziel der Investitionen ist ein modernerer, besser zugänglicher Nahverkehr im gesamten Gebiet zwischen Radebeul, Dresden, der Oberlausitz und der polnischen Grenze.



