Mit einer ungewöhnlichen Theaterfassung sorgt die Inszenierung „Orson Welles probt Moby Dick“ an den Landesbühnen Sachsen für frischen Wind auf der Bühne. Das Stück, basierend auf dem berühmten Roman von Herman Melville, wurde ursprünglich von Orson Welles entwickelt und erlebt nun eine moderne Neuinterpretation.
Die Inszenierung verzichtet bewusst auf klassische Erzählstrukturen und setzt stattdessen auf ein Spiel im Spiel: Schauspieler stehen zu Beginn scheinbar planlos auf der Bühne, diskutieren und improvisieren – bis sich aus dem Chaos Stück für Stück die Geschichte um Kapitän Ahab und den weißen Wal entfaltet. Gerade dieses Brechen der vierten Wand sorgt für viele überraschende und humorvolle Momente.
Besonders auffällig ist das minimalistische Bühnenbild, das mit wenigen Requisiten auskommt, aber dennoch eine starke Wirkung entfaltet. Ergänzt wird die Inszenierung durch den kreativen Einsatz von Kamera und Leinwand, wodurch zusätzliche visuelle Ebenen entstehen und das Publikum noch tiefer ins Geschehen gezogen wird.
Die Kritik fällt eindeutig positiv aus: Die Aufführung ist unterhaltsam, kurzweilig und zeigt eindrucksvoll, wie modernes Theater klassische Stoffe neu interpretieren kann. Gleichzeitig bleibt die Inszenierung nah am Original und transportiert die Vielstimmigkeit und Intensität der Vorlage.
Einziger Wermutstropfen: Die Zahl der geplanten Aufführungen ist derzeit begrenzt. Wer sich dieses besondere Theatererlebnis nicht entgehen lassen möchte, sollte schnell handeln und sich einen der wenigen Termine sichern.



