Zum 200. Todestag von Carl Maria von Weber widmet die SLUB Dresden dem Komponisten eine besondere Ausstellung. Unter dem Titel „Kein Freischütz für Dresden. Carl Maria von Weber und die deutsche Oper“ wird vom 4. Februar bis 6. Juni 2026 im Buchmuseum gezeigt, wie der berühmte Komponist nicht nur Operngeschichte schrieb – sondern auch ein spannendes Kapitel mit Dresden, das überraschend anders verlief als viele denken.
1817 kam Weber als Kapellmeister ans neu gegründete „Deutsche Departement“ des Dresdner Hoftheaters. Neun Jahre blieb er in der Stadt – komponierte, dirigierte, prägte. Und trotzdem: Eine seiner Opern wurde in Dresden nie uraufgeführt. „Der Freischütz“ – das Werk, das als erste deutsche Nationaloper gilt – feierte 1821 in Berlin Premiere. Erst ein Jahr später wurde es auch in Dresden gespielt. Kuratorin Dr. Andrea Hammes erklärt: „Webers Vorstellungen waren ambitioniert, das Sängerensemble in Dresden konnte da nicht mithalten.“
Die Ausstellung beleuchtet genau diese Reibung zwischen Vision und Wirklichkeit – und macht Webers Wirken in der Stadt auf neue Weise sichtbar. Gezeigt werden Handschriften wie die Partitur der Oper „Euryanthe“, die Dirigierpartitur zu „Helena“ von Méhul, das Stimmmaterial der „Silvana“ sowie die originale Partitur der „Jubelkantate“, die Weber 1818 zum 50. Regierungsjubiläum von Friedrich August I. schrieb. Auch ein Originalkostüm aus der Semperoper-Inszenierung von „Euryanthe“ (2006) und Webers Stimmgabel – eine Leihgabe des Stadtmuseums – sind zu sehen.
Persönliche Briefe, unter anderem an seinen Verleger Carl Friedrich Peters, runden das Bild ab und geben einen Einblick in die Musikwelt Dresdens im 19. Jahrhundert. „Es ist die einzige Ausstellung zum Jubiläum in Dresden, die echte Weber-Autographe zeigt“, sagt Hammes.
Die Schau wird am 3. Februar 2026 um 19 Uhr eröffnet. Ab dem 4. Februar ist sie im 2. Obergeschoss der SLUB (Zellescher Weg 18) zu sehen – bei freiem Eintritt. Das Buchmuseum ist montags bis samstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Ein vielfältiges Begleitprogramm mit Kuratorinnenführungen, Konzerten und Vorträgen ergänzt die Ausstellung. Besonders charmant: Am 26. Februar wird um 19:30 Uhr Webers Singspiel „Abu Hassan“ als Figurentheater gezeigt.
Wer also mehr über den Menschen und Musiker Carl Maria von Weber erfahren will – jenseits von Jägerchor und Wolfsschlucht – sollte sich diesen Ausflug in die Musikgeschichte nicht entgehen lassen.



