Mit dem neuen Jahr erhält Meißen ein Stück Geschichte zurück: Das prachtvoll restaurierte Löwenportal hat einen würdigen Platz im Foyer des Rathauses gefunden. Direkt gegenüber dem Standesamt setzt es ab sofort ein markantes Zeichen für gelebte Geschichte und kulturelle Identität.
Das Portal, ein meisterhaft gearbeitetes Sandsteinrelief aus dem Jahr 1610, zählt zu den eindrucksvollsten Renaissanceportalen der Region. Es stammt ursprünglich vom Treppenturm des ehemaligen Wohnhauses am Jahnaischen Freihof, heute Freiheit 1. Dort erinnert eine Kopie an die kunstvolle Originalfassung mit den vollplastisch gearbeiteten Löwen und manieristischen Schmuckelementen. Bereits 1917 wurde das Werk als herausragendes Baukunststück anerkannt.
Nach Jahrzehnten des Vergessens ist das Original nun zurück im öffentlichen Raum. Die bewegte Geschichte des Portals reicht von der Demontage über die Einlagerung im Stadtmuseum bis hin zur zeitweiligen Auslagerung auf das Gelände eines Natursteinbetriebs. Den entscheidenden Impuls zur Wiederentdeckung setzte die Projektarbeit des angehenden Steinmetzes Christian Heerklotz, dessen Forschung zur Baugeschichte die Standortsuche neu entfachte.
Unterstützt von zahlreichen Fachleuten, darunter auch Statiker Lutz Heinicke, gelang Ende 2025 schließlich der Wiedereinzug in die Stadtmitte. Rund 22.000 Euro investierte die Stadt in die statische Sicherung und Aufstellung, inklusive maßgefertigter Stahlkonstruktion.
Das Löwenportal ist nun dauerhaft öffentlich zugänglich – ein symbolträchtiger Auftakt in das Festjahr „1100 Jahre Meißen“.



