Sie sind Naturschutzstation, Bücherladen oder Kulturtreff -ausgediente Trafohäuschen. Manche sind bezaubernd, andere eher ein schnöder Klotz und einige als Denkmale haben sogar Preise gewonnen – wie das Trafohaus in Radebeul jüngst mit dem Bauherrenpreis 2025.
Damit kann sich die Umspannstation in Reichenberg (Moritzburg) nicht brüsten, aber das Bauwerk hat durchaus seinen Charme. Aus der Ferne ähnelt es doch ein wenig einem übergroßen Steinpilz, der allerdings bald verlassen in der Dorfmitte steht. Was daraus wird, muss die Gemeinde mit ihren Bürgern bald entscheiden. Der Stromversorger braucht sie nicht mehr. Die Bauwerke gehen außer Betrieb.
Ob Boxdorf, Steinbach oder Friedewald – ein Phänomen, das jetzt auch Moritzburg erreicht. Da sind Ideen gefragt! Denn diese oft stilvoll gebauten Zeitzeugen einer ganzen Epoche ungenutzt verkommen zu lassen, ist keine Alternative – zumal sie oft an zentralen Punkten stehen, wo es heute keinerlei Baugenehmigung mehr gäbe. Das wäre doch eine schöne Aufgabe für Ortsräte, ihre Orte zu mobilisieren.
Wer sich für das Thema inspirieren lassen will, kann gern einmal auf www.trafoturm.eu nachschauen. Die Macher haben ihre Sammlung zwar bereits 2016 eingestellt, aber wer hier scrollt, bekommt vielleicht eine neue Sicht auf die Relikte der Industrialisierung.



