Der Stollenanschnitt in Moritzburg war ein Großereignis - jede Menge Besucher und Autos, die schließlich überall standen. Foto © BranczeiszDer Stollenanschnitt in Moritzburg war ein Großereignis - jede Menge Besucher und Autos, die schließlich überall standen. Text & Foto © Branczeisz

Moritzburg steht weiter vor seinem altbekannten Dilemma: Wohin mit all den Autos und Bussen bei Festen und Märkten? Der letzte Weihnachtsmarkt ist allen noch gut im Gedächtnis. Moritzburg hat aber schlicht keine eigenen Flächen, um die Besuchermassen abzufangen. Um den Andrang zu bewältigen, müssen alle mitziehen. „Wenn das Schloss zum Beispiel Tickets für 25 Busse verkauft, müssen sie auch mit überlegen, wo die Busse parken sollen. Wir bekommen als Gemeinde 25 Busse nicht unter“, erklärt Bürgermeister Jörg Hänisch. Inzwischen laufen dazu Gespräche.

Auch der Blick zum benachbarten Landgestüt bringt keine schnelle Lösung: „Vielleicht schaffen wir es, dass das Landgestüt etwas von den fast 400 Plätzen zur Verfügung stellt? Nur die zäunen grad ihr Gelände ein, bauen Tore zum Schutze der Pferde. Ob das Gestüt da Touristen hineinlässt, wage ich zu bezweifeln.“

„Manche sagen, macht`s das doch wie zur Hengstparade, lasst die Leute auf den Wiesen parken! Das geht aber nicht, weil uns die Wiesen nicht gehören. Außerdem dürfen die Wiesen nur fünf Mal im Jahr zweckfremd genutzt werden – das sind drei Mal die Hengstparade und zweimal der Fischzug, sonst sind das Landwirtschaftsflächen. Ich kann auch im Winter nicht einfach sagen: Fahrt mal auf die Wiese! Ich brauche Sicherheitskräfte, alle bekommen Mindestlohn – da hängt so viel dran. Die Busse zur Hengstparade sind zeitlich klar planbar, aber zum Weihnachtsmarkt müssten die Sicherheitskräfte die ganze Zeit dort stehen“, umreißt Hänisch ein paar Knackpunkte.

Und es geht weiter: Früher ließ man die Touri-Busse auf dem Damm der Radeburger Straße wenden und parken – heute undenkbar. „Das würde bedeuten, dass an dem Tag keine Kutschen fahren können! Denn wie sollen die Autos dann noch überholen – und die Kutsche aussperren, na, die Diskussion will ich hören“, so Hänisch. „Selbst wenn man vor Bad Sonnenland Wiesen kaufen könnte – ich kann nicht in einem Landschaftsschutzgebiet Flächen asphaltieren.“

Dass das Problem nicht neu ist, zeigt auch Hänischs Rückblick: „1990 habe ich mit 29 Jahren im Rathaus angefangen, da hatten wir auch schon ein Parkproblem.“ Bleibt also nur ein weiträumigerer Shuttlebus-Verkehr? Auch da winkt Hänisch ab: „Dann müsste man extra Busse einsetzen – die Stadtbusse sind am Wochenende selbst gefüllt, andere haben wir nicht – und wir brauchen wieder größere Flächen plus Busfahrer.“

Sein nüchterne Fazit: „Wir müssen damit leben, dass so ein Wochenende wie zum Weihnachtsmarkt nun mal turbulenter ist. Dafür sind wir ein Tourismus-Hotspot. Das ist nicht befriedigend, aber eine große Lösung für alles und jeden wird es nicht geben.“

Barrierefreiheit