Harald Guelzow nimmt eine Wasserprobe VSR-Gewässerschutz e. V.Foto © Susanne Bareiss-Guelzow

Die jüngste Messfahrt des VSR-Gewässerschutz e.V. bringt besorgniserregende Daten ans Licht: Viele Bäche im Kreis Meißen sind massiv mit Stickstoff belastet – ein Problem, das weit über Sachsen hinausreicht. Denn über Elbe und Weser landet dieser Stickstoff letztlich in der Nordsee und gefährdet dort die Artenvielfalt.

Unter dem Motto „Meeresschutz beginnt in unseren Bächen“ wurden im März Bäche wie die Promnitz (8,9 mg/l), Wilde Sau (7,3 mg/l) oder die Große Röder (6,0 mg/l) untersucht – Zielwert laut Oberflächengewässerverordnung: 2,8 mg/l. Besonders betroffen sind Regionen mit intensiver Landwirtschaft. Positiv hingegen: An der Kläranlage Gröditz wurde eine leicht senkende Wirkung der Stickstoffwerte festgestellt.

„Jeder noch so kleine Bach trägt zur Belastung der Nordsee bei“, warnt Harald Gülzow, der die Tour leitete. Der Verein appelliert an Politik und Landwirtschaft, endlich konsequente Maßnahmen umzusetzen. Auch die Nitratwerte im Grundwasser bleiben kritisch hoch – laut Umweltbundesamt stammen über die Hälfte des Nitrats in Fließgewässern aus dem Grundwasser.

Die nächsten Brunnenwasser-Messungen des Vereins sollen zeigen, ob sich Düngeregulierungen endlich positiv auswirken. Interessierte können auf der Vereinsseite auch nachsehen, wann das Labormobil in der Region haltmacht.