Meißen. Historische Türen öffnen sich, verborgene Räume werden zugänglich und Fachleute erzählen Geschichten, die sonst hinter alten Mauern verborgen bleiben: Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September 2026, lädt Meißen zu zahlreichen Führungen, Konzerten und Entdeckungstouren ein. Bereits am Samstag startet das Programm. Alle Veranstaltungen werden kostenfrei angeboten, Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sind willkommen. Ein Schwerpunkt liegt im Stadtteil Cölln. Am Sonntag um 17 Uhr startet am Eingang der St. Urbanskirche eine 75-minütige Führung mit Gabriele Kluge. Auf einem knapp drei Kilometer langen Spaziergang zeigt sie anhand prägender Gebäude und insbesondere der beiden Kirchen die Geschichte des ehemaligen Dorfes Cölln.
Schon am Samstag um 10 Uhr können Interessierte bei einer 75-minütigen Führung die Johanneskirche und St. Urbanskirche kennenlernen. Um 15 Uhr nimmt Jürgen Lembcke die historische pneumatische Jehmlich-Orgel der Johanneskirche genauer unter die Lupe. In 60 Minuten erklärt er Aufbau und Funktionsweise, ermöglicht einen Blick in das Instrument und präsentiert Klangbeispiele. Am Sonntag um 15 Uhr folgt ein kleines Orgelkonzert, bei dem Lembcke die klangliche Vielfalt des historischen Instruments vorstellt.
Musikalisch wird es auch am Sonntagabend: Um 19 Uhr beginnt in der Johanneskirche das 90-minütige Programm „Von Toledo bis Jerusalem“. Esther Lorenz führt mit Gesang und Rezitation gemeinsam mit Gitarrist Peter Kuhz durch hebräische, sefardische und jiddische Musik. Zu hören sind Lieder aus dem Ostjudentum sowie israelische und spanisch-jüdische Musik vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Kulturelle Hintergründe und jüdischer Humor ergänzen das Programm, das Teil von „TACHELES – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen“ ist.
Auch der Alte Johannesfriedhof Meißen-Cölln rückt in den Mittelpunkt. Der Friedhof des früheren Dorfes Cölln, das 1901 nach Meißen eingemeindet wurde, beherbergt historische Grabstätten bedeutender Unternehmer, Künstler und Keramiker. Dazu zählen Emil Paul Börner, die Gebrüder Teichert und die Familie Hentschel. Neben zahlreichen alten Bäumen prägen die Grabmale das Gelände. Angeboten werden Führungen durch beide Kirchen, die Umgebung und über den Friedhof.
Im Dom zu Meißen, Domplatz 2, beginnt am Sonntag um 13.30 Uhr eine exklusive Führung mit Dombaumeister Dr. Knut Hauswald, der Wissenswertes und Geschichten aus dem Baugeschehen des Domes vermittelt. Zusätzlich kann bei einer Sonderführung die Schatzkammer besichtigt werden. Dafür ist eine Anmeldung unter 03521 407 00 73 oder info@dom-zu-meissen.de erforderlich.
Die Jahnhalle, Schreberstraße 37, öffnet am Samstag und Sonntag jeweils von 15 bis 18 Uhr. Eine kleine Ausstellung informiert über die Geschichte der Halle, außerdem können sonst verschlossene Nebenräume erkundet werden. Um 16 Uhr erklingt ein Konzert des Chors „Blauklang“ mit Liedern über Leben und Liebe aus unterschiedlichen Ländern und Jahrhunderten.
Technikfans können am Sonntag ab 11 Uhr das Dampfboot Wehlen Bastei, Hafenstraße 51, in kleinen Gruppen besichtigen. Mitglieder des Dampfboot Wehlen-Bastei e.V. erklären dabei die technischen Details der Dampfmaschine.
Von 10 bis 17 Uhr öffnet außerdem die Klosterruine „Zum heiligen Kreuz“, Leipziger Straße 94. Führungen durch die Ruinen des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters starten jeweils zur vollen Stunde. Eine Anmeldung ist unter 03521 400234 oder info@hahnemannzentrum-meissen.de notwendig.
In der Nikolaikirche Meißen, Neumarkt 29, können Besucher am Sonntag von 10.30 bis 12.30 Uhr mehr über die Geschichte des Bauwerks erfahren. Dr. Ullrich Knüpfer, Experte für die Meißner Keramikindustrie und ehrenamtlicher Mitarbeiter im Ortskuratorium Meißen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, spricht um 11 und 12 Uhr über die Kirche und deren Umwandlung zur Kriegergedächtnisstätte. Dabei geht es auch um die Herstellung der Großplastiken, die Finanzierung während der Weltwirtschaftskrise sowie heutige Herausforderungen bei Sicherung und Erhaltung. Das Ortskuratorium unter Leitung von Dr. Reinhard Plüschke informiert zudem an einem Stand über die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Das vollständige bundesweite Programm zum Tag des offenen Denkmals ist unter www.tag-des-offenen-denkmals.de abrufbar.



