Izelle Swanepoel stammt aus Südafrika. Foto © Sabine Mutschke Izelle Swanepoel stammt aus Südafrika. Foto © Sabine Mutschke

Es ist mehr als nur eine nette Geste – es ist gelebte Weintradition: Wenn die Baden-Württemberg Classics in Dresden ihre Tore öffnet, bekommen auch sächsische Winzer ganz selbstverständlich eine Bühne. Und genau das macht den Reiz dieser Messe aus. Zwischen internationalen Einflüssen und regionaler Identität entsteht hier jedes Jahr ein spannender Dialog im Glas. 2026 sind mit Weinbau Lehmann aus Diesbar-Seußlitz und der Weinhandwerk Meißen GmbH zwei starke Vertreter aus der Region dabei. Besonders spannend ist dabei der Blick nach Meißen – denn dort hat sich hinter den Kulissen zuletzt einiges getan. Seit Januar verantwortet Izelle Swanepoel den Keller. Die 35-Jährige stammt aus Südafrika, hat Agrarwissenschaften mit Fokus auf Kellereitechnik studiert und sich bewusst auf den Weg nach Europa gemacht. Ihr Ziel: verstehen, wie Wein unter völlig anderen klimatischen Bedingungen entsteht.

Nach ersten Stationen in Franken ist sie nun in Zadel angekommen – und wirkt dort alles andere als fremd. Im Gegenteil: Swanepoel bringt frische Perspektiven mit und trifft gleichzeitig den Nerv des sächsischen Weinbaus. „In Deutschland ist jedes Weinjahr anders“, sagt sie. Und man merkt schnell, dass genau das ihr gefällt. Während in Südafrika vieles berechenbarer ist, fordert Sachsen Fingerspitzengefühl, Erfahrung – und die Bereitschaft, jedes Jahr neu zu denken.

Die Weinhandwerk Meißen GmbH selbst ist noch vergleichsweise jung. 2018 gegründet, hat sich das Unternehmen mit 44 Hektar Rebfläche bereits als feste Größe etabliert. Der Fokus liegt klar auf Weißwein, der hier unter den besonderen klimatischen Bedingungen Sachsens eine ganz eigene Handschrift entwickelt. Die wenigen Spätburgunder-Trauben werden überwiegend zu Rosé verarbeitet. Rund 200.000 Flaschen verlassen jährlich den Keller, der Großteil geht in den Handel, während die Linie „Gründerzeit“ gezielt die Gastronomie bedient. Für Swanepoel ist die Messe in Dresden gleich doppelt besonders: Zum einen präsentiert sie ihre Arbeit erstmals einem breiten Publikum, zum anderen nutzt sie die Gelegenheit, ihre Deutschkenntnisse im direkten Austausch zu festigen. Genau diese Mischung aus fachlichem Anspruch und persönlicher Entwicklung macht ihren Weg so interessant.

Am 18. und 19. April wird das Internationale Congress Center Dresden erneut zum Treffpunkt für Weinliebhaber. Rund 40 Erzeuger bringen etwa 600 Weine mit – von klassischen Tropfen bis hin zu alkoholfreien Varianten. Tickets kosten 20 Euro inklusive Verkostung. Wer mit Bus oder Bahn anreist, zahlt dank VVO-Kooperation vor Ort nur 10 Euro. Diese Tickets gibt es nicht im Vorverkauf, sondern nur vor Ort.  Gastronomen und Weinhandlungen können als Fachbesucher bis 15. April je zwei Mitarbeitende kostenfrei anmelden unter veranstaltung@mutschke.de.

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