Coswig. Die Wettineiche gehört seit 137 Jahren zum Wettinplatz und damit für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Stadtbild von Coswig. Deshalb ist es auch verständlich, dass die Sorge groß ist, wenn es diesem besonderen Baum nicht gut geht. Ganz konkret ist jetzt Folgendes geplant: Die Stadt möchte alles fachlich Sinnvolle versuchen, um die Wettineiche möglichst lange zu erhalten. Der Verwaltungsausschuss hat den vorgesehenen Maßnahmen am 16. September einstimmig zugestimmt.
Das Problem ist ein Pilzbefall durch den Tropfenden Schillerporling. Dieser Pilz zersetzt das Holz im Inneren des Baumes und schwächt ihn zunehmend. Deshalb wird die Eiche bereits seit Jahren regelmäßig kontrolliert, von einem Sachverständigen untersucht, fachgerecht zurückgeschnitten und zusätzlich bewässert.
Nun soll vor allem der Wurzelbereich verbessert werden. Dafür werden betroffene Wurzeln vorsichtig freigelegt und der Boden so aufbereitet, dass die Wurzeln bessere Bedingungen bekommen. Zusätzlich soll ein eigenes Bewässerungssystem direkt im Wurzelbereich eingebaut werden. Der Baum kann dadurch künftig gezielter und zuverlässiger mit Wasser versorgt werden.
Besonders interessant ist eine weitere Maßnahme, die für das Frühjahr 2027 geplant ist: Derzeit wird ein sogenannter antagonistischer Pilz gezüchtet. Dieser soll an den geschädigten Wurzelstellen eingesetzt werden und dort als natürlicher Gegenspieler des Schillerporlings wirken. Die Hoffnung ist, den schädlichen Pilz damit einzudämmen und die Wettineiche zu stärken.
Die Maßnahmen kosten voraussichtlich rund 32.000 Euro. Wichtig ist aber auch, offen zu sagen: Niemand kann heute versprechen, wie lange der Baum dadurch erhalten werden kann. Die Sicherheit auf dem Wettinplatz hat weiterhin höchste Priorität. Deshalb wird die Eiche engmaschig kontrolliert und ihr Zustand immer wieder neu bewertet.
Im Moment besteht jedoch die Chance, ihr noch einmal deutlich bessere Bedingungen zu geben. Und genau diese Chance soll genutzt werden, damit die Wettineiche hoffentlich noch viele Jahre ein vertrauter Teil des Coswiger Zentrums bleibt.



